Plötzlich geht die Tür auf:
Die unterschätzte Lebensgefahr „Dooring“! ![]()
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Sogenannte „Dooring“-Unfälle gehören zu den gefährlichsten Szenarien im urbanen Straßenverkehr
Es ist der Schreckmoment schlechthin für alle, die auf zwei Rädern unterwegs sind: Man rollt zügig am Stau vorbei oder fährt entspannt auf dem Radweg an parkenden Autos entlang – und plötzlich reißt wenige Meter vor dem Lenker eine Autotür auf. Zeit zum Bremsen bleibt in der Regel nicht mehr. Dooring-Unfälle gehören zu den gefährlichsten Szenarien im städtischen Straßenverkehr, weil sie völlig unvermittelt passieren und der harte Aufprall oft dramatische Folgen hat. Während Autofahrer oft nur ein Erschrecken oder Blechschaden befürchten, geht es für E-Scooter- und Fahrradfahrende schlichtweg um Leben und Gesundheit.

Das Gefahrenpotenzial von Dooring-Unfällen schlägt sich auch in den Statistiken der Unfallforschung nieder. Nach Untersuchungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) machen Zusammenstöße mit unachtsam geöffneten Autotüren rund 7 bis 10 Prozent aller städtischen Zweiradunfälle aus. Blickt man rein auf Kollisionen zwischen Pkw und Rad- beziehungsweise Scooter-Fahrenden, ist sogar fast jeder fünfte Unfall (etwa 18 bis 20 Prozent) auf Dooring zurückzuführen.
Die Polizei erfasst bundesweit jährlich schätzungsweise 4.000 bis 5.000 solcher Dooring-Unfälle mit Personenschaden. Die Dunkelziffer dürfte allerdings um ein Vielfaches höher liegen, da Ausweichmanöver ohne Sturz oder Beinahe-Kollisionen ohne Sachschaden selten in den offiziellen Akten landen. Was die Folgen betrifft, führt fast jede zweite Kollision mit einer Tür zu mittelschweren bis schweren Verletzungen – häufig bedingt durch den direkten Aufprall oder gefährliche Folgestürze auf die Fahrbahn. Die rechtliche Schuldfrage ist dabei meist eindeutig: In über 90 Prozent der Fälle liegt das Verschulden bei den Aussteigenden, die ihrer gesetzlichen Sorgfaltspflicht beim Verlassen des Fahrzeugs nicht nachgekommen sind.

Trügerische Sicherheit: Viele glauben, auf ausgewiesenen Radwegen sei man davor sicher.
Das stimmt nicht! Stehen geparkte Autos links direkt neben dem Radweg, droht die Gefahr schlicht von der anderen Seite – durch unachtsame Beifahrer, die ohne Schulterblick aussteigen.
Wie brutal Dooring-Unfälle ausgehen können, zeigte vor nicht allzu langer Zeit das tragische Schicksal der Schauspielerin Wanda Perdelwitz: Sie stürzte in Hamburg auf dem Radweg ungebremst gegen eine unvermittelt geöffnete Beifahrertür und erlag im Krankenhaus ihren schweren Kopfverletzungen. Das macht unmissverständlich deutlich, dass auch ein seitlich angelegter Radweg keine Schutzzone ist – der ständige Schulterblick von Aussteigenden und die vorausschauende Wachsamkeit der Fahrenden entscheiden hier über Leben und Tod.
So schützt du dich vor der Türen-Falle:
Schatten & Silhouetten im Blick behalten
Wirf beim Fahren immer einen kurzen Blick durch die Heckscheiben der geparkten Autos. Siehst du Köpfe, Bremsleuchten oder Innenraumbeleuchtung? Dann höchste Aufmerksamkeit – hier steigt gleich jemand aus!
Abstand halten, wo es geht
Fahre auf Radwegen und Straßen nie direkt an der Kante der parkenden Autos entlang. Ein Meter Sicherheitsabstand ist die beste Lebensversicherung gegen aufschwingende Türen.

Helm tragen – rettet im Zweifel dein Leben
Achtung, Lebensgefahr!
Prallt man bei 20 km/h ungebremst gegen eine Autotürkante, wird man wie ein Katapult vom Roller geschleudert. Ein passender Helm schützt dein Gehirn vor den härtesten Aufprallkräften und entscheidet oft über Leben und Tod.
Der Tipp an alle Autofahrer & Beifahrer:
Nutzt den „Holländischen Griff“! Öffnet die Autotür immer mit der handfernen Hand (Fahrer mit rechts, Beifahrer mit links). Dadurch dreht sich euer Oberkörper automatisch nach hinten – und der Schulterblick passiert wie von selbst!
